“Charakteristisch für die Rückenschmerzen ist, dass sie bei Bewegung häufig besser werden.”

Diagnose

Die Krankheit beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, mit einem Verteilungsgipfel um das 26. Lebensjahr. Sie kann aber auch schon in der Pubertät und davor auftreten (juvenile Spondylitis ankylosans). Erstes Symptom des Morbus Bechterew sind in der Regel Rückenschmerzen, die vor allem in der zweiten Nachthälfte bzw. in den frühen Morgenstunden auftreten. Sie werden durch die Entzündung in den Kreuz-Darmbein-Gelenken und/oder der Wirbelsäule verursacht und können die Nachtruhe massiv beeinträchtigen. Charakteristisch für die Rückenschmerzen ist, dass sie bei Bewegung häufig besser werden.

Beim klassischen Verlauf des Morbus Bechterew befällt die Entzündung – und damit auch der Schmerz – die verschiedenen Wirbelsäulen-Abschnitte der Reihe nach. Meistens geschieht das in aufsteigender Form, das heißt von der Lendenwirbelsäule über die Brustwirbelsäule bis hinauf zur Halswirbelsäule. Dabei ist der zeitliche Ablauf unterschiedlich und kann sich über viele Jahre erstrecken. In weiterer Folge können bei einem geringen Prozentsatz der Betroffenen eine Versteifung der Wirbelsäule und eine damit verbundene Bewegungseinschränkung auftreten.
Im fortgeschrittenen Stadium kann es durch die Versteifung der Wirbelsäule und die damit verbundene Minderbelastung zu einer Abnahme der Knochendichte kommen.

Weitere typische Symptome sind Schmerzen an Sehnen- und Muskelansatzstellen, wie z.B. dem Ansatz der Achillessehne am Fersenbein. Häufig kommt es zur Entzündung einzelner Gelenke, wobei hier vorwiegend die großen Gelenke der unteren Extremitäten betroffen sind.

Abgesehen vom Bewegungsapparat können aber auch Organe wie das Auge (Regenbogenhaut-Entzündung), die Harnröhre, die Prostata, die Hauptschlagader sowie Lunge oder Niere von einer Entzündung betroffen sein.

Für die Diagnose wichtig ist die Durchführung einer Röntgenuntersuchung bzw. einer Magnetresonanztomographie. Das Röntgenbild der Kreuz-Darmbein-Gelenke zeigt charakteristischerweise Veränderungen durch die Entzündung, allerdings befindet sich die Krankheit dann nicht mehr in einem Frühstadium. Kann der Verdacht auf einen Morbus Bechterew durch die Röntgenuntersuchung nicht bestätigt werden, wird eine Magnetresonanztomographie der Kreuz-Darmbein-Gelenke durchgeführt, die schon in früheren Stadien der Erkrankung Veränderungen zeigen kann.

Patienten, die eventuell an Morbus Bechterew erkrankt sein könnten, werden auch auf das Gen HLA-B27 getestet. Ein positiver Befund gibt einen Hinweis auf Morbus Bechterew, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Bechterew-Diagnose, da HLA-B27 auch bei vielen Menschen ohne diese Erkrankung vorkommt.