“Die Diagnose sollte unbedingt von einem erfahrenen Rheumatologen gestellt werden.”

Diagnose

DiagnoseIm Frühstadium der Erkrankung ist es sehr schwierig, eine chronische Polyarthritis (cP) eindeutig zu diagnostizieren, da es keine spezifischen Symptome gibt, die nicht auch bei anderen Krankheiten auftreten könnten. Die Diagnose sollte deshalb unbedingt von einem/r erfahrenen Rheumatologen/in gestellt werden.

Eine Reihe von Kriterien hilft dabei, die Diagnosestellung zu erleichtern – dabei müssen nicht alle Kriterien zur Diagnosesicherung erfüllt sein und diese Diagnosekriterien sind für Patienten/innen mit einer sogenannten “Früharthritis” unzulänglich. Heute werden auch in Österreich die Kriterien des “American College of Rheumatology” (ACR) verwendet. Sie lauten:

  1. Morgensteifigkeit in oder um die Gelenke (mindestens eine Stunde)
  2. Arthritis in drei oder mehr Gelenksbereichen mit Schwellung oder Erguss
  3. Arthritis der Gelenke der Hand: Handgelenke; Fingermittel- oder -grundgelenke
  4. Symmetrische Schwellung (Arthritis) derselben Gelenke auf beiden Körperseiten
  5. Rheumaknoten unter der Haut, über Knochenvorsprüngen oder in Gelenksnähe
  6. Rheumafaktor im Serum
  7. Typische im Röntgenbild sichtbare Veränderungen der chronischen Polyarthritis wie Knochendefekte oder Entkalkung

Es ist wichtig, die cP möglichst früh zu diagnostizieren, denn je früher eine Diagnose gestellt wird, desto früher kann die Therapie beginnen und desto weniger bleibende Gelenksschäden sind zu befürchten.

Zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden gehören:

  • Patientenbefragung (Anamnese): Hier werden Art und Dauer der Beschwerden, frühere Erkrankungen und verschiedene wichtige Hintergrundinformationen abgefragt.
  • Körperliche Untersuchung: Sie gibt einen ersten Überblick über den aktuellen Status, zeigt, welche Gelenke geschwollen sind und wo Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bestehen.
  • Ultraschalluntersuchung und/oder Magnetresonanz-Tomographie: Sie geben genaueren Aufschluss über Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk und helfen, die umliegenden Weichteile zu beurteilen.
  • Röntgenuntersuchung: Sie zeigt vor allem die knöchernen Anteile des Gelenks und zeigt Abnützungen sowie Fehlstellungen.
  • Labortests: Zeigen den Entzündungsstatus (Senkung, CRP), das Vorhandensein des so genannten Rheumafaktors (der jedoch nicht spezifisch für die cP ist) und eine Reihe anderer Werte. Hierbei sind vor allem die sogenannten CCP-Antikörper hervorzuheben, die für eine CP hochspezifisch sind.
  • Gelenkspunktion: Sie ermöglicht einerseits die Entlastung geschwollener Gelenke und andererseits eine genauere Diagnostik der Ergussflüssigkeit.

Andere Untersuchungen wie Skelettszintigraphie oder Computertomographie werden nur in speziellen Fällen angewandt.